Knoten-Kanten-Modell

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Einführung

Das Knoten-Kanten-Modell ist das zentrale und umfangreichste Teilmodell des OKSTRA kommunal-Netzmodells. Es besteht aus einem Knoten-Kanten-Graphen, der aus den vom OKSTRA übernommenen Objektarten Strassenelement und Verbindungspunkt zusammengesetzt ist. Das Knoten-Kanten-Modell beschreibt die linienhafte Geometrie und Topologie des Netzes.

Hinweis: Im OKSTRA ist es nicht möglich, dass Fachdaten auf Verbindungspunkte und Strassenelemente
referenziert werden. Im OKSTRA kommunal ist dies natürlich möglich.

Im OKSTRA kommunal kann die Lage der Kante (des Strassenelements) im Straßenraum vom Benutzer selbst definiert werden. Diese ist abhängig davon, ob ein Straßenabschnitt nur durch eine oder mehrerer Strassenelemente abgebildet wird. Üblicherweise sollte ein Strassenelement die Mittelachse der Fahrbahn repräsentieren. Bei zweibahnigen Straßenabschnitten kann entweder ein Strassenelement in der Mitte der Fahrbahntrennung oder aber zwei Strassenelemente jeweils auf der Fahrbahnachse definiert werden. Theoretisch wäre es auch möglich, eigene Achsen z.B. für Rad- und Gehwege zu definieren. Dies wird nicht empfohlen, es sei denn, Geh- und Radwege werden nicht straßenbegleitend geführt.

Ergänzend zur Beschreibung der Objektarten im Knoten-Kanten-Modell finden Sie hier 
Empfehlungen zur Aufnahme des Knoten-Kanten-Modells.


Grundlegende Elemente des Knoten-Kanten-Modells

Die Basis des Knoten-Kanten-Modells wird aus den folgenden Objektarten gebildet:


Eigenschaften des Verbindungspunkts


Ein Verbindungspunkt hat eine Punktgeometrie und muss mindestens an einem Strassenelement hängen (dies ist z.B. am Ende einer Sackgasse der Fall). Er hat die Bedeutung einer Kreuzung (bzw. einer Begrenzung eines Straßenelementes) ohne räumliche Ausdehnung.

Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
Schlüsselnummer CharacterString
1 (verpflichtend)
Schlüsselnummer des Verbindungspunktes: Bei einem von einer Kommune eingeführten Verbindungspunkt der Gemeindeschlüssel der Kommune;

bei einem von der Landesstraßenbauverwaltung eingeführten Verbindungspunkt „0000“, gefolgt von der Nummer des TK25-Blattes, in dem der Verbindungspunkt liegt

Nummer INTEGER
1 (verpflichtend)
Achtstellige laufende Nummer des Verbindungspunktes.
GDF_ID CharacterString
0..1
ID zur Referenzierung der GDF-Junction, die dem Verbindungspunkt entspricht


Vergabe der Knotennummer bei Verbindungspunkten:


Als Schlüssel zur Identifikation der Verbindungspunkte wird vom OKSTRA kommunal eine 16-stellige Schlüsselnummer vergeben. Diese setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • bei einem von einer Kommune eingeführten Verbindungspunkt wird der 8-stellige Amtliche Gemeindeschlüssel (AGS) der Kommune plus einer achtstelligen Nummer des Verbindungspunktes verwendet. Die Nummerierung kann fortlaufen, oder gruppiert (Orteile, Planquadrat, Bezirk o. ä.) erfolgen. Hierbei sollte der Nummernbereich der übergeordneten Straßen ausgespart werden.
  • bei einem von der Landesstraßenbauverwaltung eingeführten Verbindungspunkt verwendet man „0000“, gefolgt von der Nummer des TK25-Blattes, in dem der Verbindungspunkt liegt, und einer achtstelligen laufenden Nummer des Verbindungspunktes.

Teilweise werden von den Software-Anwendungen diese 16-stelligen Schlüsselnummer nicht unterstützt. Entsprechend dem OKSTRA werden siebenstellige Schlüsselnummern oder teilweise auch neunstellige Schlüsselnummern unterstützt. Der OKSTRA-Schlüssel für Netzknoten besteht aus vier Stellen für das TK-Blatt, in dem der Knoten liegt, und innerhalb des TK-Blattes einer dreistelligen durchgehend nummerierten Nummer. Teilweise werden in Anwendungen noch zusätzliche Stellen z. B. zwischen TK-Blatt-Nr. und durchgehender Nummer eingefügt.

Für die Datenhaltung einer kommunalen Straßendatenbank ist es nicht unbedingt notwendig, dass der amtliche Gemeindeschlüssel in der Datenhaltung mitgeführt wird. Da er für die ganze Kommune gleich ist, kann er auch weggelassen werden, er muss nur dann in der OKSTRA kommunal-Schnittstelle dem vorhandene achtstelligen Schlüssel vorangestellt werden. Wenn die Software einen achtstelligen Schlüssel nicht unterstützt, dann können die fehlenden Stellen mit Nullen aufgefüllt werden. Bei den in der Datenhaltung vorhandenen Schlüsseln muss nur auf die Eindeutigkeit geachtet werden.

HINWEIS: Eine Bezeichnung von Verbindungspunkten ist im OKSTRA kommunal nicht vorgesehen. Im OKSTRA existiert eine solche Bezeichnung von Netzknoten um z. B. die 
Anschlussstellennamen zu hinterlegen. Im kommunalen Netz sind solche Namen nur sehr selten z. B. bei größeren Verkehrsknoten anzutreffen. Hier könnte ergänzend in der Datenhaltung 
der SIB ein Verbindungspunktname vorgesehen werden. Dieser kann aber über eine OKSTRA kommunal-Schnittstelle nicht kommuniziert werden.

Genauso könnte es sinnvoll sein, einem Komplexen Knoten (siehe Komplexer Knoten) eine Bezeichnung zuzuordnen. Aber auch für diesen ist im OKSTRA kommunal eine solche Bezeichnung nicht vorgesehen und kann somit auch über eine Schnittstelle nicht weiter gegeben werden.


Eigenschaften des Strassenelements


Strassenelemente haben eine Liniengeometrie, sind gerichtet und führen stets von einem Verbindungspunkt zu einem anderen Verbindungspunkt. Über die Schlüsseltabelle Verkehrsrichtung_SE kann angegeben werden, ob ein Strassenelement in beiden Richtungen oder nur in einer Richtung befahrbar ist. Die Angabe aus der Schlüsseltabelle Verkehrsrichtung_SE ist eine Defaultangabe, die durch die Definition von Verkehrsnutzungsbereichen übersteuert werden kann (siehe unten).

Das Straßenelement weist u.a. folgende Eigenschaften auf:

  • Es kann Hausnummernbezüge besitzen.
  • Es ist ein Strassenbezugsobjekt, d.h. es kann Segmente_kommunale_Straße aus dem Straßenverzeichnis referenzieren.
  • Es ist ein Flaechenbezugsobjekt, d.h. es kann Verkehrsflaechen aus dem Flächenmodell referenzieren.


Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
GDF_ID CharacterString
0..1
ID zur Referenzierung des GDF-Road Element, das dem Strassenelement entspricht.
Verkehrsrichtung - Kennung CharacterString
0..1
Beschreibt in welchen Richtungen auf dem Strassenelement Verkehr erlaubt ist, wobei die möglichen Inhalte aus der Schlüsseltabelle "Verkehrsrichtung_SE" entnommen werden. Hier wird die Kennung aus der Schlüsseltabelle eingetragen.
HINWEIS: Diese Angabe kann durch die Definition von Verkehrsnutzungsbereichen übersteuert 
werden.
Verkehrsrichtung - Langtext CharacterString
0..1
Beschreibt in welchen Richtungen auf dem Strassenelement Verkehr erlaubt ist, wobei die möglichen Inhalte aus der Schlüsseltabelle "Verkehrsrichtung_SE" entnommen werden. Hier wird der Langtext aus der Schlüsseltabelle eingetragen.
HINWEIS: Diese Angabe kann durch die Definition von Verkehrsnutzungsbereichen übersteuert 
werden.
Stufe Integer
0..1
Stufe des Strassenelementes, wenn dieses Bestandteil eines Komplexen_Knotens ist. Mögliche Werte:

1 = Hauptverbindung in einem Komplexen_Knoten 2 = Nebenverbindung in einem Komplexen_Knoten


HINWEIS: Die abstrakte Objektart Strassenbezugsobjekt gestattet zwar technisch gesehen die 
Referenzierung mehrerer Segmente_kommunale_Straße; zur besseren Handhabbarkeit
des Modells sollte ein Strassenelement jedoch stets zu maximal einem Segment_kommunale_Straße   
gehören. Dies bedeutet, dass an der Grenze zweier Segmente_kommunale_Straße ein
Strassenelement ggf. unterbrochen und ein Verbindungspunkt gesetzt werden muss (unabhängig davon, 
ob dort aus verkehrlicher Sicht eine Kreuzungssituation vorliegt oder nicht).


Inhalte der Schlüsseltabelle "Verkehrsrichtung_SE"


Kennung Langtext Bemerkung
R
Verkehrsrichtung von Von-VP nach Nach-VP
G
Verkehrsrichtung von Nach-VP nach Von-VP
B
In beiden Richtungen
K
In keiner Richtung


Stationierungsrichtung von Strassenelementen


Die Festlegung der Stationierungsrichtung eines Strassenelements erfolgt durch die Definition des „Von-Knoten“ und des “Bis-Knoten“. In dieser Richtung erfolgt auch die Stationierung. Innerhalb eines Straßenzuges sollte die Stationierungsrichtung der Strassenelemente beibehalten werden. Es gelten folgende Regelungen für die Stationierungsrichtung:

  • Bei Straßenzügen mit einem West-Ost-Verlauf wird die Stationierungsrichtung von Westen nach Osten festgesetzt.
  • Bei Straßenzüge mit einem Nord-Süd Verlauf wird die Stationierungsrichtung von Norden nach Süden festgesetzt.
  • Bei Neben- oder Seitenarmen eines Straßenzuges beginnt die Stationierung an dem Knotenpunkt zum „Hauptstraßenzug“ und wird von der Hauptstraße in den Seitenarm entfernend fortsetzen.


Eigenschaften des Strassenelementpunkts


Um sich in Bezug auf ein Strassenelement positionieren zu können, wurde die Objektart Strassenelementpunkt geschaffen. Ein Strassenelementpunkt bezieht sich auf genau ein Strassenelement und besitzt eine Stationsangabe. Optional kann darüber hinaus der senkrechte Abstand von der Strassenelementgeometrie (rechts: positiv, links: negativ) und eine Höhe in Bezug zur Erdoberfläche (über der Erde: positiv, unter der Erde: negativ) angegeben werden.


Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
Abstand_zur_Bestandsachse Decimal
0..1
Abstand des Punktes zur Achse nach links (negativ) oder rechts (positiv) in Metern.
Abstand_zur_Fahrbahnoberflaeche Decimal
0..1
Abstand des Punktes zur Fahrbahnoberfläche nach unten (negativ) oder oben (positiv) in Metern.
Station Decimal
1 (verpflichtend)
Abstand des Punktes entlang der Achse vom Beginn des Strassenelements in Metern.
zu_Strassenelement Relation
1 (verpflichtend)
Bezug zu dem Strassenelement, auf dem der Strassenpunkt liegt.


Eigenschaften des Teilelements


Die Objektart Teilelement beschreibt einen Teil eines Strassenelements, dessen Anfang und Ende durch Strassenelementpunkte angegeben werden. Dabei muss gelten, das beide Strassenelementpunkte auf einem Strassenelement liegen. Das Teilelement besitzt keine eigenen Attribute, sondern wird nur über Relationen zu den zugehörigen Strassenelementpunkten und dem Strassenelement, auf dem es liegt, definiert.

Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
beginnt_bei_Strassenelementpkt Relation
1 (verpflichtend)
Bezug zum Strassenelementpunkt, bei dem das Teilelement beginnt.
endet_bei_Strassenelementpkt Relation
1 (verpflichtend)
Bezug zum Strassenelementpunkt, bei dem das Teilelement endet.
auf_Strassenelement Relation
1 (verpflichtend)
Bezug zum Strassenelement, auf dem das Teilelement liegt.


Eigenschaften des Komplexen Knotens


Strassenelemente und Verbindungspunkte können optional zu einem komplexen Knoten gehören. Damit können komplexe Knotenpunktsituationen beschrieben werden, speziell beim Übergang vom klassifizierten auf das kommunale Netz (z.B. bei Autobahnabfahrten). Ein komplexer Knoten bildet eine Art „Klammer“ um die enthaltenen Strassenelemente und Verbindungspunkte. Über die Schlüsseltabelle Art_komplexer_Knoten kann dieser näher spezifziert werden.

Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
Art_komplexer_Knoten - Kennung CharacterString
1 (verpflichtend)
Beschreibt die Art des Komplexen Knotens, wobei die möglichen Inhalte aus der Schlüsseltabelle "Art_komplexer_Knoten" entnommen werden. Hier wird der Kennung aus der Schlüsseltabelle eingetragen.
Art_komplexer_Knoten - Langtext CharacterString
1 (verpflichtend)
Beschreibt die Art des Komplexen Knotens, wobei die möglichen Inhalte aus der Schlüsseltabelle "Art_komplexer_Knoten" entnommen werden. Hier wird der Langtext aus der Schlüsseltabelle eingetragen.
hat_Strassenelement Relation
0..n
Bezug zu den Strassenelementen, die zum Komplexen_Knoten gehören.
hat_Verbindungspunkt Relation
0..n
Bezug zu den Verbindungspunkten, die zum Komplexen_Knoten gehören.


HINWEIS: Ein Komplexer_Knoten hat keine eigene Geometrie. Er kann also nicht z.B. durch einen Punkt in einer Karte verortet werden. 

Das Strassenelement hat zur Verwendung in komplexen Knoten das optionale Attribut „Stufe“. Damit kann einem Strassenelement eine Information über seine Bedeutung innerhalb eines komplexen Knotens zugeordnet werden: Ein Strassenelement der Stufe 1 ist eine Hauptverbindung, ein Strassenelement der Stufe 2 eine weniger wichtige Verbindung im komplexen Knoten. Anhand dieser Information ist es beispielsweise möglich, wahlweise alle Strassenelemente eines komplexen Knotens oder nur die Hauptverbindungen zu visualisieren.


Zuordnung von Strassenelemetne in Komplexen Knoten zu kommunalen Straßen im Straßenverzeichnis


Die Zuordnung von Strassenelementen, die in einem Komplexen_Knoten liegen, zu einem Straßenzug wird wie folgt geregelt:

  • Strassenelemente in einem Kreisverkehr werden der höherrangigen Straße zugeordnet. Bei gleichrangigen Straßen wird der Straßenzug in West-Ost-Richtung bevorzugt.
  • Strassenelemente in einer komplexen Kreuzung (z. B. Ausfahrspuren bei Vorhandensein von Dreiecksinseln) werden dem Straßenzug zugeordnet, aus dem in das Strassenelement eingefahren werden kann.


Inhalte der Schlüsseltabelle "Art_komplexer_Knoten"


Kennung Langtext Bemerkung
1
Plangleicher Knoten
2
Planfreier Knoten
3
Teilplanfreier Knoten
4
Kreisverkehr

Bildung von Teilnetzen

Im Knoten-Kanten-Modell des OKSTRA kommunal ist es möglich, thematische Teilnetze, d.h. Ausschnitte aus dem Gesamtnetz zu bilden. Beispiele für Teilnetze wären:

  • Teilnetze eines Anwohnerparkbereiches
  • Teilnetz der Fußgängerzonen
  • Teilnetz der Straßen mit Busspuren
  • Teilnetz der Tempo-30-Zonen
  • Teilnetz mit Winterdienst-Priorität 1
  • Teilnetz zur Darstellung einer Umweltzone
  • Teilnetz eines Baubezirks
  • Teilnetz einer bestimmten Straßenklasse
  • Teilnetz des Vorbehaltsnetzes
  • Teilnetz als Darstellung einer Zielspinne bei der Wegweisungsplanung

Diese Teilnetze müssen kein zusammenhängendes Netz bilden. "Thematische" Teilnetze können auch aus isoliert und nicht miteinander in Zusammenhang stehenden Strassenelementen bestehen.

Zur Bildung von Teilnetzen, also (z.B. thematischen) Ausschnitten aus einem Gesamtnetz, sind die folgenden Objektarten im OKSTRA kommunal definiert:

  • Teilnetzkomponente (abstrakte Objektart): Die Teilnetzkomponente kann als abstrakte Objektart nicht instanziert werden. Die Teilnetzkomponente vererbt ihre Eigenschaften (Beziehung zum Teilnetz) an das Strassenelement und die Route. Damit ist es möglich, dass ein Teilnetz als Sammlung aus Strassenelementen und/oder Routen erstellt werden kann. Da auch das Teilnetz von der Teilnetzkomponennte erbt, ist es möglich, dass ein Teilnetz Bestandteil eines anderen Teilnetzes ist. Es ist also eine Schachtelung von Teilnetzen möglich.
  • Teilnetz: Ein Teilnetz, gebildet aus Teilnetzkomponenten, kann Bestandteil eines anderen Teilnetzes sein (siehe unten).


Eigenschaften des Teilnetzes


Die Eigenschaften des Teilnetzes im OKSTRA kommunal inkl. der Bezüge zur Teilnetzkomponente können wie folgt definiert werden.

Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
Beschreibung_Teilnetz CharacterString
0..1
Ein Name für das Teilnetz.
Kennzeichen_Teilnetz CharacterString
0..1
Eine Kennung (kurz) für das Teilnetz.
Teilnetz Relation
0..*
Zuordnung zu anderen Teilnetzen, die Bestandteil des Teilnetzes sind. Realisierung der Vererbung und Beziehung zwischen Teilnetz und Teilnetzkomponenten, die es ermöglicht, das ein Teilnetz Bestandteil eines anderen Teilnetzes ist.
Strassenelement Relation
0..*
Zuordnung zu beliebig vielen Straßenelementen, die Bestandteil des Teilnetzes sind. Realisierung der Vererbung zwischen Teilnetzkomponente und Strassenelement, die es ermöglicht, das ein Teilnetz aus beliebig vielen Strassenelementen bestehen kann.
Route Relation
0..*
Zuordnung zu beliebig vielen Routen bzw. den Routenkomponenten, aus denen die Route besteht, die Bestandteil des Teilnetzes sind. Realisierung der Vererbung zwischen Teilnetzkomponente und Route, die es ermöglicht, das ein Teilnetz aus beliebig vielen Routen bestehen kann.


HINWEIS: Im Grunde setzt sich ein Teilnetz aus einer Menge von Strassenelementen zusammen. Das Datenmodell des OKSTRA kommunal ermöglicht aber zusätzlich,
dass zur Definition eines Teilnetzes andere bereits definierte Teilnetze oder Routen genutzt werden. Dies kann helfen den Versorgungsaufwand für Teilnetze zu
reduzieren. Außerdem ist eine hierarchische Gliederung von Teilnetzen möglich (Teilnetz A ist Bestandteil von Teilnetz B und Teilnetz C ist Bestandteil von Teilnetz B).


Bildung von Routen

Beispiele für Routen wären:

  • Route einer Buslinie
  • Touristische Radroute
  • Route eines Stadtrundgangs
  • Route im Winterdienst
  • Route der Straßenreinigung
  • Wegweisungsroute (Teil einer Zielspinne)
  • Verlauf einer Baumaßnahme (als Grundlage für die Netzreferenzierung eines Fachobjektes Baumaßnahme).

Zur Bildung von Routen sind die folgenden Objektarten im OKSTRA kommunal definiert:

  • Routenkomponente (abstrakte Objektart): Die abstrakte Objektart Routenkomponente erfüllt den selben Zweck wie die Teilnetzkomponente. Die Routenkomponente vererbt ihre Eigenschaften (Beziehung zur Route ) an das Strassenelement. Damit ist es möglich, dass eine Route als (geordnete) Liste aus Strassenelementen erstellt werden kann. Da auch die Route von der Routenkomponennte erbt, ist es möglich, dass eine Route Bestandteil eines anderen Route ist. Es ist also eine Schachtelung von Routen möglich.
  • Route
  • Routenausschnitt


Eigenschaften der Route


Zusätzlich zur Bildung von Teilnetzen können im Knoten-Kanten-Modell auch Routen gebildet werden. Routen bilden dabei - im Gegensatz zu Teilnetzen - linear zusammenhängenden Folgen von Strassenelementen (hier dann bezeichnet als Routenkomponenten).

Die Eigenschaften der Route im OKSTRA kommunal (Bezug zur Routenkomponente) können wie folgt definiert werden.

Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
Strassenelement Relation
0..*
Zuordnung zu beliebig vielen Strassenelementen, die Bestandteil der Route sind. Dabei muss es sich um eine geordnete Liste der Strassenelemente handeln. Realisierung der Vererbung zwischen Routenkomponente und Strassenelement, die es ermöglicht, das eine Route aus beliebig vielen Strassenelementen bestehen kann.
HINWEIS: Die Zuordnung zu den Strassenelementen muss geordnet erfolgen. Die Aneinanderreihung muss eine zusammenhängende 
Route ergeben.


HINWEIS: Die Route besitzt im OKSTRA kommunal keine Attribute. Einer Route kann also beispielsweise kein Name gegeben 
werden. Die Beziehung zum Routenausschnitt  ist für die Erfassung von Routen nicht von Interesse. Eine Route umfasst immer ganze
Strassenelemente. Damit eine zusammenhängende "Route" auch mitten auf einem Strassenelement beginnen oder enden kann, muss ein 
Routenausschnitt gebildet werden.


Eigenschaften des Routenausschnitts

Ein Routenausschnitt definiert einen Teil einer Route, wobei der Anfang und das Ende eines Routenausschnittes beliebig auf einen Strassenelement liegen kann. Der Routenauschnitt stellt damit das Konstrukt dar, welches genutzt wird lineare Sachverhalte beliebig auf das Knoten-Kanten-modell zu referenzieren. Dies erfolgt über die Objektart Netzbezugsobjekt_Strecke, welche eine Relation zum Routenausschnitt besitzt. Die Eigenschaften des Routenausschnitts im OKSTRA kommunal inkl. dem Bezug zur Route können wie folgt definiert werden.

Name Datentyp Kardinalität Erläuterung
Strassenelementpunkt_Beginn Relation
1 (verpflichtend)
Zuordnung zu einem Strassenelementpunkt, der den Beginn des Routenausschnittes definiert.
HINWEIS: Es gilt die Restriktion, dass der Strassenelementpunkt auf der Route liegen muss.
Strassenelementpunkt_Ende Relation
1 (verpflichtend)
Zuordnung zu einem Strassenelementpunkt, der das Ende des Routenausschnittes definiert.
HINWEIS: Es gilt die Restriktion, dass der Strassenelementpunkt auf der Route liegen muss.
Route Relation
1 (verpflichtend)
Zuordnung zu einer Route, auf der der Routenausschnittes definiert ist. Realisierung der Relation auf_Route.


HINWEIS: Die Geometrie (der lineare Verlauf) des Routenausschnittes muss aus der Geometrie der Route ermittelt werden. D.h. 
aus dem linearen Verlauf der Route muss derjenige Teil ausgeschnitten werden, der durch die Strassenelementpunkte begrenzt wird.  
Dazu ist es natürlich notwendig, dass die Strassenelementpunkte auf der Route liegen.


Sonstige Objektarten im Knoten-Kanten-Modell

Zusätzlich zu den bereits genannten existieren im Knoten-Kanten-Modell noch die folgenden Objektarten:


Eigenschaften des Verkehrsnutzungsbereichs


Die defaultmäßige Nutzung von Strassenelementen wird durch die Verkehrsrichtung_SE angegeben. Soll diese Angabe übersteuert werden, kann der Typ Verkehrsnutzungsbereich eingesetzt werden: Mit diesem Typ ist es möglich, beliebigen Routenabschnitten Informationen zur verkehrlichen Nutzung zuzuordnen, die nach der Art der Verkehrsnutzung differenziert sind. Die Angabe zur Art der Verkehrsnutzung sowie die Hausnummernbezüge erbt der Verkehrsnutzungsbereich vom Verkehrsnutzungsobjekt aus dem Verkehrsnutzungsmodell. Ob ein Verkehrsnutzungsbereich nur für eine oder beide Richtungen in Bezug auf den zugrundeliegenden Routenausschnitt gültig ist, kann über die Schlüsseltabelle Richtung_Routenausschnitt angegeben werden.

Der Verkehrsnutzungsbereich erbt seine Eigenschaften aus dem Verkehrsnutzungsobjekt.


Verweis auf Datenmodell

Das Datenmodell des OKSTRA kommunal für das Knoten-Kanten-Modell ist im Internet als UML-Modell hier verfügbar.


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